BlowerDoor-Test bei großen Gebäuden
Die Luftdichtheitsmessung großer Gebäude stellt besondere Anforderungen an Planung, Messtechnik und Durchführung. Im Vergleich zu Ein- und Zweifamilienhäusern wirken sich Gebäudevolumen, Gebäudehöhe sowie Wind- und Temperatureinflüsse deutlich stärker auf die Messbedingungen aus. Daher muss ein Blower-Door-Test sorgfältig geplant und vorbereitet werden.
Besondere Anforderungen
Kennzeichnend für große Gebäude sind ein großes Volumen im Verhältnis zu einer relativ kleinen Oberfläche (kleines A/V-Verhältnis). Weil große Gebäude dadurch rechnerisch schnell gute Luftwechselraten erreichen (nL50-Wert), ist es sinnvoll, auch die hüllflächenbezogene Luftdurchlässigkeit des Gebäudes zu berücksichtigen (qE50-Wert).
Je nach Größe des Gebäudes wird mit mehreren BlowerDoor-Gebläsen gemessen. Diese werden oft an verschiedenen Einbauorten platziert, um eine gleichmäßige Luftströmung im Gebäude zu ermöglichen. Die Gebäudevorbereitung bei der Messung großer Gebäude ist wesentlich aufwändiger und erfordert eine sorgfältige Vorbereitung.
Wind und Thermik haben einen wesentlich größeren Einfluss auf die Messung, da sich die Druckverhältnisse innerhalb des Gebäudes mit zunehmender Gebäudehöhe verändern: Wind erzeugt unterschiedliche Druckzonen an der Fassade, gleichzeitig führen Temperaturunterschiede zwischen Innen- und Außenluft zu thermischen Auftrieben. Deshalb unterscheidet sich ein Blower-Door-Test an einem großen Wohn- oder Nichtwohngebäude deutlich von der Messung eines Einfamilienhauses.
Planung und Gebäudevorbereitung
Eine erfolgreiche Messung beginnt lange vor dem eigentlichen BlowerDoor-Test.
Bereits im Vorfeld werden unter anderem
- der zu prüfende Gebäudebereich,
- die Luftverbunde innerhalb des Gebäudes,
- geeignete Einbauorte für die Messgebläse,
- sowie zusätzliche Druckmessstellen
festgelegt.
Gerade bei großen Gebäuden ist die Gebäudevorbereitung ein wesentlicher Bestandteil des gesamten Messprozesses.
Mehrere Messgebläse und zusätzliche Druckmessstellen
Reicht die Leistung eines einzelnen Messgebläses nicht aus, werden mehrere BlowerDoor MessSysteme gleichzeitig eingesetzt. Die Messgebläse arbeiten synchron und erzeugen gemeinsam den erforderlichen Differenzdruck.
Zusätzliche Druckmessstellen ermöglichen die Kontrolle der Druckverteilung innerhalb des Gebäudes und helfen dabei, Einflüsse durch Wind oder Thermik während der Messung zu beurteilen.
So lassen sich auch große und hohe Gebäude zuverlässig auf ihre Luftdichtheit untersuchen.
Fazit
BlowerDoor-Tests bei großen und hohen Gebäuden erfordern eine sorgfältige Planung und Organisation. Mehrere Messgebläse, zusätzliche Druckmessstellen und eine strukturierte Gebäudevorbereitung tragen dazu bei, auch komplexe Gebäude normgerecht und reproduzierbar auf Luftdichtheit zu prüfen.
Häufig gestellte Fragen zum BlowerDoor-Test bei großen Gebäuden
Welche Besonderheiten sind bei der Luftdichtheitsmessung großer Gebäude zu beachten?
Bei großen Gebäuden beeinflussen das Gebäudevolumen, die Gebäudehöhe sowie Wind- und Temperaturunterschiede die Messbedingungen. Die Druckverhältnisse können innerhalb des Gebäudes variieren. Deshalb erfordert ein BlowerDoor-Test bei großen Wohn- und Nichtwohngebäuden eine besonders sorgfältige Planung, Gebäudevorbereitung und Kontrolle der Druckverteilung.
Weshalb werden bei großen Gebäuden mehrere Messgebläse eingesetzt?
Wenn die Leistung eines einzelnen Messgebläses nicht ausreicht, werden mehrere BlowerDoor MessSysteme gleichzeitig eingesetzt. Die Gebläse arbeiten synchron und erzeugen gemeinsam den erforderlichen Differenzdruck. Je nach Gebäudegröße können sie an unterschiedlichen Einbauorten platziert werden.
Warum ist neben der Luftwechselrate auch die hüllflächenbezogene Luftdurchlässigkeit relevant?
Große Gebäude haben häufig ein großes Volumen im Verhältnis zu ihrer Gebäudehüllfläche. Dadurch können sie rechnerisch vergleichsweise niedrige Luftwechselraten erreichen. Ergänzend zum nL50-Wert ist deshalb die Betrachtung der hüllflächenbezogenen Luftdurchlässigkeit, des qE50-Wertes, sinnvoll.