Methoden der Leckageortung – Welche Verfahren kommen zum Einsatz?
Die Leckageortung ist ein wesentlicher Bestandteil der Luftdichtheitsmessung. Sie hilft dabei, Undichtheiten in der Gebäudehülle frühzeitig zu erkennen und deren Ursache gezielt zu untersuchen. Je nach Aufgabenstellung kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz. Häufig werden mehrere Methoden miteinander kombiniert, um Leckagen sicher nachzuweisen.
Leckagen fühlen
Die einfachste Methode besteht darin, Luftströmungen während einer BlowerDoor-Messung mit der Hand wahrzunehmen.
Vor allem bei größeren Leckagen an Fenstern, Türen oder Anschlüssen lassen sich einströmende Luftbewegungen häufig bereits ohne zusätzliche Hilfsmittel erkennen. Auch diese einfache Methode gehört zur systematischen Leckageortung.
Luftströmungen messen
Mit einem Thermo-Anemometer können auch geringe Luftströmungen nachgewiesen werden.
Das Messgerät erfasst die Strömungsgeschwindigkeit der Luft und eignet sich besonders für die Untersuchung von Fugen, Anschlüssen und Durchdringungen. Die gemessenen Werte werden jedoch immer im Zusammenhang mit Größe, Geometrie und Lage der Leckage bewertet.
Leckagepfade sichtbar machen
Nebel eignet sich besonders, um Strömungswege sichtbar zu machen.
Unter Unter- oder Überdruck wird Nebel gezielt eingebracht. So lassen sich Luftströmungen nachvollziehen und beispielsweise Geruchswege oder Leckagepfade zwischen Gebäudebereichen visualisieren. Anwendungsbeispiele sind die Untersuchung von Geruchsbelästigungen oder die Rekonstruktion einer „Ameisenstraße“.
Leckagen mit Ultraschall orten
Bei der Ultraschallmethode sendet ein Sender hochfrequente Schallwellen aus, die mit einem Empfänger auf der anderen Seite der Gebäudehülle erfasst werden. Je nach Standpunkt des Senders kann von innen oder außen nach Leckagen gesucht werden.
Das Verfahren eignet sich insbesondere für Fenster, Türen und Glasfassaden. Bei komplexen oder verwinkelten Leckagepfaden stößt die Methode jedoch an ihre Grenzen. Moderne Systeme ermöglichen inzwischen sogar eine bildliche Darstellung der Ultraschallsignale.
Visuelle Darstellung per Thermografie
Die Ortung von Luftströmungen per Thermografie basiert darauf, dass bewegte Luft die Oberflächentemperatur von Bauteilen verändert. Die Luft selbst ist per Thermografie nicht darstellbar, sondern nur die durch Luft hervorgerufenen Temperaturveränderungen. In der Bauphysik wird die Thermografie daher in der Regel mit einem BlowerDoor-Test kombiniert: Das Messgebläse erzeugt einen Unter- oder Überdruck im Gebäude. Die einströmende oder ausströmende Luft kühlt oder erwärmt die Wandbereiche, die Temperaturunterschiede sind im Thermogramm sichtbar und gut dokumentierbar. Mittels BlowerDoor-Test können Luftströmungen sicher von anderen Fehlstellen unterschieden werden.
Fazit
Für die Leckageortung stehen unterschiedliche Verfahren zur Verfügung. Welche Methode eingesetzt wird, hängt von der Fragestellung und den baulichen Gegebenheiten ab. In der Praxis werden häufig mehrere Verfahren kombiniert, um Undichtheiten zuverlässig zu lokalisieren und deren Ursachen eindeutig zu bestimmen.
Häufig gestellte Fragen zu den Methoden der Leckageortung
Welche Verfahren eignen sich zur Suche nach Luftleckagen?
Für die Leckageortung stehen unterschiedliche Methoden zur Verfügung. Größere Luftströmungen können während einer BlowerDoor-Messung bereits mit der Hand wahrgenommen werden. Für genauere Untersuchungen kommen Thermo-Anemometer, Nebelverfahren, Ultraschall oder Thermografie zum Einsatz. Die Auswahl richtet sich nach der jeweiligen Aufgabenstellung und den baulichen Gegebenheiten.
Wann wird Ultraschall zur Leckageortung eingesetzt?
Die Ultraschallmethode eignet sich insbesondere für die Untersuchung von Fenstern, Türen und Glasfassaden. Dabei werden hochfrequente Schallwellen ausgesendet und auf der anderen Seite der Gebäudehülle empfangen. Je nach Position des Senders kann von innen oder außen nach Leckagen gesucht werden. Bei komplexen oder verwinkelten Strömungswegen hat das Verfahren jedoch Grenzen.
Was zeigt eine Thermografiekamera bei der Leckageortung?
Eine Thermografiekamera macht Temperaturveränderungen an Bauteiloberflächen sichtbar, die durch Luftströmungen hervorgerufen werden. Die Luft selbst wird dabei nicht dargestellt. In Kombination mit einem BlowerDoor-Test können solche Temperaturveränderungen gezielt erzeugt und untersucht werden. So lassen sich luftströmungsbedingte Auffälligkeiten von anderen Fehlstellen unterscheiden.